„Schafkopf“

Am Donnerstag- und Freitagabend wurde in der „Buchner“-Gaststube immer an mehreren Tischen „Schafkopf“ gespielt. Die Wirtsleute.– männlich – natürlich immer mittendrin. Wie beim Schnapsen gehört lautes und leises Granteln, Schimpfen, Grübeln, das Bluffen und das Tratzen (vergebliche Hoffnung auf einen Stich) dazu.

„Schafkopf“, ist in Bayern ein weit verbreitetes Kartenspiel, das aus 32 Spielkarten besteht, den sogenannten „Schafkopfkarten“. Die Karten unterliegen dem Prinzip Zufall, die durch Mischen, Abheben und Austeilen in unterschiedlichen Variationen entstehen. Was aber die oder der Spieler daraus machen, hängt weitgehend vom Spielerkönnen, der Erfahrung und der Aufmerksamkeit ab. Den „reinen“ Schafkopf spielt man zu viert. Jeder Spieler erhält insgesamt 8 Karten. Die Reihenfolge bei der Spielberechtigung ergibt sich aus der Reihenfolge des Sitzplatzes (nach dem Geber) und danach durch die Höherwertigkeit des Spiels.  Die Rangfolge ist: 1. Sie 2. Solo-Tout 3. Wenz-Tout 4. Solo 5. Wenz 6. Rufspiel. Je nach Spiel sind Ober, Unter und alle Herzen in ihrer Rangfolge Trumpf. Wobei die Rangfolge absteigend immer Eichel (Kreuz), Gras (Pik), Herz und Schelle (Karo) ist.

Eine kurze Anleitung zu Spiel (aus „spielregeln.de/schafkopf“):

  • Jeder Spieler darf ein Solospiel ansagen. Sagt man keines an, kommt es zu einem Sau-Spiel oder auch Rufspiel. Spieler mit einem schlechten Blatt können ihre Handkarten komplett ablegen. Die mit einem guten Blatt hingegen müssen ein Spiel ansagen.
  • Meldet ein zweiter Spieler ein Solospiel an, darf dieser das Spielrecht nur nehmen, wenn er ein Herz-Solo spielen kann.
  • Kommt kein Solospiel zustande, wird es ein Rufspiel. Alle Sauen außer der Herz-Sau darf man rufen. In diesem Fall spielen Rufer und Besitzer der jeweiligen Sau zusammen. Gegenspieler sind die nicht gerufenen. Diese dürfen sich nicht zu erkennen geben, bis die gerufene Sau auf dem Tisch liegt.
  • Wird die Farbe der gerufenen Sau gespielt, muss diese immer ausgespielt werden. Diese darf natürlich jederzeit selbst gespielt werden, strategisch wäre es allerdings unklug.
  • Kommt kein Solo- oder Rufspiel zusammen, müssen alle Karten neu gemischt und ausgeteilt werden.
  • Die zwei Spieler mit 61 Punkten gewinnen. Bei jeweils 60 Punkten verliert der Solist sowie Rufer und Gerufener.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dasselbe Blatt noch einmal in die Hand zu bekommen, liegt bei 1 : 10.518.300
  •  Gespielt werden an einem gewöhnlichen Schafkopfabend 60 bis 100 Spiele. Die Anzahl der möglichen Varianten beträgt 99.561.092.450.391.000. Daraus lässt sich die präzise bayrische Schafkopfweisheit ableiten: „Jed`s Spui is anders“.

Aus seiner langjährigen Erfahrung erzählte der Wirt, dass in den letzten Jahren positiv auffällt, dass einerseits der Anteil junger Spieler und gut spielender Frauen deutlich zunimmt. Andererseits aber auch, dass bei größeren Schafkopfturnieren der Konsum nichtalkoholischer Getränke, den alkoholischen Getränken deutlich den Rang ablief. Dies führte dazu, dass grundsätzlich konzentriert gespielt wird. Preisgelder um die Euro 1.000,- sind bei KO-Turnieren keine Seltenheit.

Mit sichtbarer Freude übergab mir der Wirt Original Schafkopfkarten mit dem Hinweis mich zukünftig jederzeit melden zu können. Zudem gibt es ein Sauspiel-Schiedsgericht. Die online Plattform www.sauspiel.de hat ca. 740.000 Mitglieder.

Gegenwärtig freue ich mich immer auf die montäglichen Tarockrunden nach der VU-Doppelachter-Trainingseinheit.

Mag.Thomas Burg

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