Bleib-Daheim Challenge #1-#10

Alle sind zu Hause, aber die Gedanken sind frei. Die Ister Community trifft sich nun auf dem Virtuellen Highway. Jeder der Lust und Laune hat sendet einen kleinen Beitrag und ein, zwei Fotos dazu. Erlebnisse der späten oder nahen Vergangenheit, natürlich ist auch die Zukunft möglich. Jeder Beitrag wird online gestellt und die Fotos wechseln laufend.

Senden der Beiträge an bleibdaheim@ister.at


#10: Auf Smetanas Spuren Teil 2

… ja, das war eine lustige Ausfahrt damals mit den Kanus. Einfach ein Familienfest der Paddelamateure.

… ja und wir sind alle mehrmals baden gegangen und haben dabei auch noch ordentlich Moldauwasser getrunken, was unserem Magen nicht besonders gut tat. Wir sollten nicht vergessen, daß viele von uns dann Brechdurchfall und Fieber hatten. Mit den Kläranlagen dürfte es damals noch nicht weit her gewesen sein.

… ja aber wir waren ja nicht nur paddeln da, sondern hatten ja schon 1 Jahr davor versucht eine tolle kleine Wanderfahrt in diesem Bereich zu machen. Die große Ister Ruderfamilie war angetreten um Neuland bzw. Neuwasser zu betreten bzw. zu befahren. Es wurde dann mehr ein Betreten.

Denn die Moldau war in diesem Bereich so seicht, daß wir die Boote meistens zu Fuß und mit Leinen bestückt zum nächsten eventuell beruderbaren Teil ziehen mußten. War aber nicht nur anstrengend, sondern auch gemütlich. Es ergaben sich viele Plauderminuten und die heute so wichtigen sozialen Kontakte. Und jung waren wir noch  und unbedarft und glaubten als Ruderer diesen Teil der Moldau mit dem Kanu zu bezwingen. Was daraus wurde , habt ihr ja schon gelesen.  

von Rauscher Gerhard


#9: Druiden!

Symbolbild der Druiden am Weissensee

Am Weissensee war die 1. Trainingseinheit um 6 Uhr in der Früh angesetzt. Ein wunderbares Rudern in einer totalen Stille. Nachher hat man dann natürlich einen Mordshunger beim tollen und gesunden Frühstück im Hotel. Aber öfters machte der Hotelchef Winkler Dietmar eine Ausnahme für uns Ruderer. Ein richtiges, „ungesundes“, deftiges Bauernfrühstück mit Speck und Eiern usw. wurden auf einer Plätte quer über den See in eine Holzhütte  mit Terrasse gebracht. Da im Freien zu Frühstücken war schon eine Wucht. Auf dem Weg dorthin, gleich in der Nähe war ein  Kraftplatz mit einem uralten Wunderbaum und einem Holzaltar der besonders gerne von Esoterikern besucht wurde. Danninger Pauline und Brückner Herfried haben zum Spaß beschlossen als Druiden uns zu überraschen. Aus dem Hotel nahmen sie weiße Leintücher mit und versteckten sich bis wir kamen. Aber leider waren vor uns schon einige Wanderer unterwegs und so mußten sie sich auf dem Baum verstecken. Als wir kamen konnten sie uns gar nicht mehr so wild erschrecken, denn der Heferl konnte sich sein Lachen kaum mehr halten.

von Herfried Brückner und Gerhard Rauscher


#8: Eine romantische Wanderfahrt mit Paddlerfreund und Großmutter

Irgendwann im Frühsommer 1990 kam bei uns im Garten das Gespräch auf Wanderfahrten und meine Großmutter Hedda Kaczirek („Großi“) bemerkte, dass sie – nach mehr als 40 Ruderjahren – die Donau stromabwärts nach wie vor nur bis Asten kenne. Jung und unbeschwert, wie wir waren, beschlossen wir, diesen Umstand rasch zu ändern! Eine Kremser im Dreier (Schlögen) wurde für August fixiert: Großi, die auf dieser Fahrt ihren 1000-er erreichen würde, Alex, der gerade dabei war, auch am Rudern schöne Seiten zu entdecken, nachdem er viele Jahre überzeugter Paddler gewesen war, und ich.

Es wurde eine sehr schöne Ausfahrt bei herrlichem Wetter. Das Überheben war schnell perfektioniert: Wir stiegen aus, und während Großi ihre Sachen „sortierte“, überhoben Alex und ich das Boot, dann sorgten wir dafür, dass Großi mit all ihren Bootssäcken wieder sicher im Boot saß und weiter ging die – sehr gemütliche – Fahrt; Großi war schließlich eine eingefleischte „Schwaberin“, Zeit spielte keine Rolle, Pulsfrequenz wurde nicht gemessen und die Sonne schien.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir außerdem das idyllische Dreibettzimmer in Ybbs, wo Alex und ich kaum Platz hatten ob der unzähligen Dinge, die Großi eben für eine Wanderfahrt zu benötigen glaubte!

Beim Steiner Ruderklub erwarteten uns dann meine Mutter (mit dem kleinen Ruderanhänger) und mein Großvater, wir konnten das Boot also gleich versorgen und am Abend wieder ordentlich in den Bunker legen, was Großi mindestens genauso wichtig war wie die Freude über eine wirklich nette Wanderfahrt!

von Gudrun Weigl


#7: Enns-Erstbefahrung

Das Abenteuer oder „a narrisch guate Partie“

Frage von Michl Kaltenbrunner an nachstehende Personen: „Erstbefahrung der Enns von Golfplatz Schladming bis zum Gesäuse Eingang, müsste gehen, sind 76 km, ruderst mit?

Gustav Demuth:Klar, wann, wo, i bin da.
Heinz Hofmann:Super, eh klar
Reinhard Resch:Ja- kann ma……… ja
Irene Holli:Wer fahrt den aller mit………… ja
Udo Schober:Ja.
Felix Messner:Derf ma des, kann ma des, mit wem…… ja
Günther Theinschnack:Brumm, brumm, brumm………… ja
Michael Fried: (GRV)Gustav dabei – ja
Stefan Pecho: Wikingsowieso
und zu Maria Kaltenbrunner:Spatzl, du müsstest des G`spann ziehen, uns mit dem Gspann
begleiten, fotografieren, für Mittagspause Platz suchen
ausrichten und rechtzeitig beim Gesäuse Eingang sein. Passt´s?
Maria:eh, ah, oha, wia…?” – Michl: „Also passt´s?

Nachdem Michl das Buch „Befahren von Wildwasser“ gelesen hatte, kam er zu dem Schluss, sich die schwierigste Stelle, die Einmündung der Sölk in eine Biegung mit Brücke, in Natura anzuschauen. Und das war richtig und hat sich gelohnt.
Mit etwas Bauchweh stürzten wir uns in ein Erlebnis, das uns seiner Einzigartigkeit wegen nachhaltig begeisterte. Nachdem dieser Teil der Enns bisher doch nur mit Kajaks, Kanus und Schlauchbooten befahren wurde, war es durchaus verständlich, dass sich vor dieser Fahrt die Kommentare von „leicht schwachsinnig“ bis hin zu „fast lebensmüde“ erstreckten.
Donnerstag, 12.05.1994 (Christi Himmelfahrt), ca. 5 Uhr früh: Abfahrt mit einem Vierer und zwei Dreiern nach Schladming. Die Fahrt und das Aufmontieren der Boote (unter Aufsicht von rudertechnisch versierten Rindern, die im Speziellen Heinzis salzhaltige und gut riechende Ruderwäsche, sowie Bootssack als Lecksteine verwechselten) ging fast profihaft vor sich.

Einsetzen – (vom Floß geht’s leichter), den Bug bergwärts – absolvierten wir die ersten Meter mit äußerster Konzentration und Manövrierbereitschaft – talwärts. Es rauschte manchmal ganz schön entlang der Bordwand und keiner wusste, wie tief die Steine unter den Schwällen tatsächlich lagen. Vorweg, wir hatten auf der ganzen Fahrt keine Grundberührung. Michl ruderte mit Irene und Günther im Klinkerboot „Ulm“ voraus. Mit Glück und Können, sowie sehr guten Steuerleuten meisterten wir die schwierige Stelle der Sölkmündung. (Diese Stelle wurde zwei Jahre später dem RC Steyr zum Verhängnis. Sie mussten von dort unverletzt, aber mit Klein-Holz die Heimreise antreten.)
Im Hintergrund die Niederen Tauern und das Dachsteinmassiv – der Grimming war dann im Verlauf der dominierende Berg – bis hin zum Gesäuse, wo uns die Haller Mauer, die Ennstaler Alpen und das Gesäuse empfingen – und alle noch mit schneebedeckten Gipfeln und Hängen. Da hatten selbst die erprobten Bergfexen in unserer Gruppe ein Flackern in ihren Augen.
Alle paar Kilometer nahmen wir Kontakt mit unserer „Gespanndompteuse“ auf, bis wir schließlich um die Mittagszeit einen Platz fanden, um Bratwürstel und den von Michl gekauften Chianti im 6-Liter-Flaschenkorb zu genießen. Dass Grillen ging gut, jedoch der Chianti, im Vorjahr bei der Vogalonga gekauft, war nur noch Essig (pfuiteufl). Michl:. „Maria?“ Maria: „Ich fahr schon eine Kiste Bier…„- alles gerettet. Alles? – Nein. Die Uferböschung war steil und neben Bäumen und Sträuchern auch mit Brennesseln durchsetzt – aber das braucht so eine Partie.

Den Vogel schoss jedoch Michl Fried ab. Ausgestattet mit einem der ersten Handys (damals noch ein Ungetüm) telefonierte er mit seiner Frau, die zur gleichen Zeit mit Ex-BK Vranitzky in Ischl golfte. Jedoch mitten im Gespräch näherte er sich der steilen Böschung, betrat diese. und dann riss es ihm die Haxn aus. Das Handy machte sich zur kühlen Enns hin selbstständig. und er rutschte mit ausgestreckter Hand nach, um es vorm Ertrinken zu retten. Vergebens, anschließend war das Handy nur noch für „d`Fisch“, nämlich hin und Ischl weit weg.

Viele hölzerne Brücken mit engen Jochen begleiteten uns bis zum Ziel – Gesäuse-Durchbruch – wobei die letzte als ausdrückliche Warnung mit einem Totenkopf gekennzeichnet ist.
Schnell wurden die Boote verladen und kaum saßen wir im Bus, donnerte es und ein Gewitter zog auf. Der Tag selber klang nach 76 Ruderkilometern in einem Wirtshaus aus. Hier kam die Stunde des Udo Schober. Nach ausgiebiger Hauptspeise stellten wir fest „hier gibt’s Salzburger Nockerl“. Für uns eine Portion mit drei Bestecken bitte. Nicht so für Udo – da wars genau umgekehrt.
Den Bootstransport übernahm Maria mit den Worten: „Bin ich den ganzen Tag g´fahrn, kann i die paar Kilometer heimfahr´n auch noch und außerdem habt ihr…“ Der Dank geht an M+M Kaltenbrunner für die Verwirklichung eines traumhaften Rudererlebnisses.

von Reinhard Resch & Michl Kaltenbrunner, Fotos M+M Kaltenbrunner


#6: Auf Smetanas Spuren

Ein Jahr lang hatte Michel eine Idee ausgebrütet, nämlich den Oberlauf der Moldau mit Kanus zu befahren. Es fanden sich auch 26 abenteuerfreudige Istrianer, die sich also an einem Samstagmorgen bei der tschechischen Grenze in Weigetschlag trafen. In Hohenfurt begann schon das Abenteuerlichste: denn wir wurden in einen uralten ächzenden Tschechenbus gepfercht und über Lipno nach Lenora gekarrt. Daß wir mit den Füßen mittreten mussten, ist allerdings übertrieben. (Aber fast so war’s)

DIe vorgesehene Einstiegstelle war leider versperrt, so mussten wir mit dem Vehikel noch einige Kilometer stromauf fahren. Nachdem wir dann doch endlich die Kanus abgeladen hatten, wurde noch viel herumpalavert, wer mit wem in welchem Kanu wann losfahren würde. Auch gab es einige, die nach einem zweiten Ruder Ausschau hielten. (Ruderer sind halt sehr engstirnig)

Es haben sich dann doch die Ehepaare zusammengefunden, keine sehr gute Idee, denn man hörte öfters jemand keifen (Männer natürlich). In der ersten Kurve ging gleich einmal Familie Theinschnack baden, natürlich unter viel Gelächter der anderen, die es gerade noch geschafft hatten, nicht umzufallen!

Die ersten Kilometer wanden sich die Mäander durch schattiges Naturschutzgebiet, wir mussten allerdings oft aussteigen und schieben oder ziehen, weil der Wasserstand ziemlich niedrig war.

Die erste Rast gab’s nach ca. 10km, wo dann am Ufer gejausnet wurde. Ute verteidigte vergeblich ihren Marillenkuchen, und Schnick hatte Gott sei Dank eine Flasche Wein mit.

Weiter ging es dann Kurve um Kurve durch die schöne Landschaft mit ihrem Schmetterlings- und Libellenreichtum. Eine Ruhe ohne Autolärm umfing uns, kleinere Karambolagen, gewollt oder ungewollt, waren ummer eine Abwechslung. Gepunktet hat der, der ein anderes Kanu ins „Out“ beförderte. Doch die Sonne stieg immer höher, die Bäume am Ufer wurden immer weniger, die Strömung ließ auch nach, und die Stimmen aus den 13 Kanus wurden auch immer leiser. Unser Robert hatte den Elternstress satt und hielt einfach Klaus Lummerstorfer und Gunda an, um mit denen mitzufahren. Leichte Zweifel, ob wir überhaupt noch einmal ankommen würden, wurden laut. Nach jeder Kurve hofften wir nun schon, den Stausee endlich zu sehen und wurden ein ums andere Mal enttäuscht.

Nach ungefähr 7 Stunden Fahrzeit wurden die müden Geister auf einmal wieder etwas rege, denn der Lipno-Stausee war in Sicht und somit auch der diesmal ersehnte Tschechenbus.

Doch trotzdem es eigentlich eine richtige Strapaz war, haben wir etwas sehr Schönes erlebt, nämlich die besinnliche Fahrt durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet und das Gefühl, eine tolle Leistung vollbracht zu haben.

Michel, das Brutergebnis konnte sich sehen lassen!

von Claudia H. eingeschickt vonn Günther Theinschnack.


#5: Als der Michl fliegen lernte

Als wir vor gefühlten 100 Jahren beschlossen als ältere Herren wieder Rennen zu fahren, mussten wir feststellen, obwohl wir noch fast alle halbwegs schlank und bei guter Kondition waren, daß Kurzstrecken wie sie bei Meisterschafen gefahren wurden, nicht mehr unsere Sache waren. (sehr schöner Schachtelsatz).

Also beschlossen wir mehr für die traditionellen Langstrecken, wie Oxford-Cambrige zu trainieren. 2x wöchentlich und mit 1 wöchigem Trainingslager. Wie bei den Profis.
Zuerst, der Ossiachersee – hat uns nicht besonders getaugt.
Dann der Wörthersee. Wunderschön, überhaupt beim RV Albatros. Jedoch das Hotel weit weg, schon fast in Jugoslawien und der See immer mit vielen Wellen von den Motorbooten.

Aber dann wurde der Weissensee gefunden. Ideal für uns, außer es standen Anglerboote mit schlafenden Fischern im Weg. Ja und bei einer dieser Trainingseinheiten ist es passiert. Wir haben gerade mit voller Kraft einen 30iger gezogen, als sich der Himmel kurzfristig verdunkelte und ein stattlicher Körper an uns vorbeiflog und dann mit voller Wucht in den See einschlug. Der stattliche Körper war unser Michl und er war damals schon ein schönes Bröckerl. Was war passiert. Der Michl am Bug sitzend hatte einen mords Krebs gezogen, das es ihn aus den Ruderschuhen am Stemmbrett herausgerissen hat und er erst beim Steuermann (Flug ca. 18 Meter) im See gelandet ist. Nix ist passiert. Wir haben alle gelacht, außer der Michl, denn bei dieser Einlage sind seine teuren Brillen im See verschwunden.

von Gerhard Rauscher


#4: Gastbeitrag aus Gmunden – letztes Training

Ein Bauer bestellt sein Feld, es blüht und gedeiht und kurz vor der Ernte kommt der Hagel und zerstört alles.

Ja liebe Ruderfreunde so geht es im speziellen Kraftausdauersportler die sehr viel Zeit in das Training investieren und dann….. fällt großteils die Ernte aus.

Internationale Zagreb mit anschließendem Trainingslager Völkermarkt.
Internationale Klagenfurt, München, Ottensheim, Bled usw. sind abgesagt.
Die Junioren WM in Bled ist mehr als fragwürdig. Sagt schon der Name WM und die Gesundung der ganzen Welt wird noch eine Zeit dauern.

Die FISA ist bemüht, für den Herbst eine Junioren EM mit der U-23 EM  (Duisburg) zu organisieren. Auch für die Meisterschaften bin ich guter Dinge, jedoch fix ist nix. Die Burschen und Mädchen trainieren nun nach neu erstellten Trainingsplänen zu Hause,  mit Geräten, die ihnen der Verein einstweilen zur Verfügung stellt.

Alles Gute  und bleibt motiviert.

Beitrag von Gmunden Trainer Michael Kaltenbrunner

dav

Thomas und Sebastian Gruber von GRV am Traunsee beim letzten Training!


#3: Veteraneningolstädter

Es war 1995, die Zechine wie schon gesagt sehr beliebt, praktisch und wir nahmen sie noch überall mit, ohne zu Fürchten, daß sie am Hänger kaputt ging. Und so fuhren wir nach Vohburg, wo wir schon bei Hochwasser einsetzten. Wer sich noch auf unsere letzte Wanderfahrt von Vohburg nach Vilshofen erinnern kann, da war es ganz anders. Die Donau schmal und ganz seicht. Damals breiter wie die Traun und es hat schon ganz schön gerissen. Und so legten wir flott los, nahmen wegen der Tradition noch 1-3 Bier in Weltenburg und wunderten uns doch ein wenig, daß bei allen Orten wo wir vorbeirasten schon die Sandsäcke gegen das Hochwasser eingesetzt wurden. Auch, daß sie uns nur nach gutem Zureden doch noch schleusten hielt uns nicht davon ab weiterzumachen. Und wer den Kaltenbrunner Michl kennt, der weiß, daß ihm nichts zu blöd war. Also ruderten wir auch einmal aus der Hochwasser führenden Donau hinaus, zwischen Bäumen und Sträuchern in die Au und in den Wald. Ernst wurde es für uns als wir die „Steinerne Brücke“ in Regensburg erreichten. Auch bei normalem Wasserstand ist sie Respekteinflößend und man überlegt sich genau in welchem Winkel man durch welches Joch durchrudert. Aber als wir kamen, war die Durchfahrtshöhe höchstens noch ein guter Meter. Zum Glück entschieden wir uns für das 2. Joch vom Ufer weg und rauschten durch. Unter der Brücke war eine kleine Stufe im Wasser und so schlug das Wasser wie in einer Brause über uns nieder. Wir aber waren zufrieden das mit heilen Knochen überlebt zu haben. Blitz und Donner verfolgten uns währen der ganzen Fahrt bis vor Passau wo wir umständlich das Boot zum Hänger tragen konnten und uns einer Lieblingsbeschäftigung hingeben konnten: Essen und Trinken.

von Gerhard Rauscher


#2: Zechine – Die „Wirtstochter“ steckt am Stein fest

Zechine –
die Tochter des Kneipenwirts bei Asterix

Wir wollen und brauchen unbedingt einen 6er, so lautete der Wunsch vieler Vereinsmitglieder, weil ja viele andere Vereine auch schon so ein Gerät beim Schellenbacher gekauft hatten.  Wie werden wir das finanzieren. Vorschlag: oft zum Klubabend kommen und viel Essen und Trinken und vor allem, viel Trinkgeld hergeben. Und wenn dann genug da ist, dann kaufen wir den 6er.  Mit dem oft Klubabendbesuchen, viel Essen und Trinken und vor allem viel Trinkgeld geben, das machen wir auch heute noch und tut unseren Finanzen gut. Also wenn es wieder zum Rudern geht, dann eh schon wissen, oft…..

Aber zurück zum 6er. Als er endlich da war – wie soll er denn heißen. Die Asterixhefte waren gerade groß in Mode und die damalige Küchenchefin Claudia Hofmann hat sich „Zechine“ die schöne Tochter des gallischen Kneipenwirtes als Namensgeber gewünscht.

Nach der Taufe wollten viele Mitglieder möglich oft mit dem neuen Boot rudern. Aber leider hatte bis dorthin keiner eine Übung im Fußsteuern eines so langen Bootes. Ein Vierer war bis dorthin das Größte in dieser Art und so kam es, dass die Zechine bei fast jeder Ausfahrt einen kleinen Schaden davontrug. Da ein kleines Loch, dann dort ein langer tiefer Kratzer, dann wieder ein Löchlein und dann ….

Und so waren auch wir, damals gut durchtrainierte Veteranen (heute Master) an einem sonnigen aber kalten Sonntagvormittag unterwegs nach Ottensheim. Michl Kaltenbrunner steuerte gut und verwegen, jedoch beim letzten großen Stein am Dürnberger zu spät und so saß der 6er zwar genau am Kiel, jedoch ganz fest auf dem Felsen und rührte sich nicht. Folglich: Alle ausziehen, in die kalte Donau springen bis wir das Boot vom Felsen ziehen konnten, schnell hinein, fast nackt schnell nach Ottensheim gerudert und dort vor dem ersten Bier einmal einen heißen Tee getrunken. 

von Gerhard Rauscher


#1: Ausfahrt zu zweit

Es kommt nicht recht oft vor, dass sich meine Frau zu einer Ausfahrt im Doppelzweier überreden lässt – die Ruderfähigkeiten eines Ex-Paddlers werden immer noch in Frage gestellt. Aber die Steuerkünste stehen außer Zweifel, womit auch die Platzverteilung keiner Diskussion bedarf und das Wetter am 11. September war ideal, um noch einmal zumindest das Standardziel Abgefallener Stein zu erreichen.

Warum auch immer, Wasserstand, Wind, Kondition und eine gehörige Portion Ehrgeiz (auch mit Blick auf den Kilometerstand im Logbuch) haben eine Planänderung gebracht und der Gasthof Dürnberger war das neue Ziel. Klar musste der Elektrolytverlust wettgemacht werden, es wäre schon aus gesundheitlichen Gründen bedenklich, ohne Trinkpause umzukehren. So ruderten wir gemütlich nach Hause und freuten uns, dass auch die Motorbootfahrer schon das Ende der Saison im Visier hatten und uns nicht mehr störten. Eine unspektakuläre Ausfahrt, dennoch so schön, nach einem Arbeitstag noch ein gemeinsames positives Erlebnis mit nach Hause zu nehmen.

Der Blick auf Ottensheim, das langsame Zu-Ende-Gehen eines schönen Tages und das gute Gefühl einer schöne Ruderfahrt haben diesen Tag besonders wertvoll gemacht.

von Alexander Weigl


Da unsere MItglieder so fleißig Beiträge einschicken, geht’s gleich auf Seite 2 weiter.

4 Kommentare

  1. Auszug – ISTER-Nachrichten 3/94
    „Lt. Duden ist „Zechine“ eine alte venezianische Goldmünze und es sollte – lieber Leser/in – deine Aufgabe sein, die Querverbindungen, die rund um diesen Namen bestehen, herzustellen. Es könnte nun ein jeder anfangen, vom Ursprung her die Gondel und den Canale Grande zu sehen – bis hin zur Zeche im Sinn von prellen“ –
    Aktuelle Anmerkung: Zechine war ein „ISTER-Wirte-Boot“ so wie das „Stamperl“, der „Bacchus“
    auch. R. Resch (Alt-Redakteur der ISTER-Zeitung)

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