Die Vogalonga 2019

Ein Erlebnis aus Sicht der „Noch nie dabei gewesenen“

Wer wir sind?
🚣 Die Rücksitzbank (Karin Artner, Anna Baldinger, Daniel Haas & Manuela Zauner)

Über was wir euch berichten wollen?
🚣 Unsere erste Vogalonga in Venedig (übrigens die 45. überhaupt seit 1974)

Warum wir euch berichten wollen?
🚣 Weil wir die Erinnerung hochleben und euch teilhaben lassen wollen an unseren schönen Erlebnissen!

Kurzfassung: Es waren tolle Tage mit vielen wunderbaren Erfahrungen mit einem grandiosen Team!
Langfassung: Wie es für uns war (für die, die sich Zeit zum Lesen nehmen möchten)

Tag 1: Anreise mit 2 Bussen

Nachdem wir am Donnerstag gelernt haben wie man Boote transporttauglich macht und korrekt verlädt starteten wir (mit 11 weiteren S‘Isters und M‘Isters) am Fr, den 07.06 in 2 Bussen gen Lido di Jesolo. Um gut und erfrischt in den Tag/die Fahrt zu starten stärkte sich Bus 2 mit einem Gläschen gekühlten Sekt mit Erdbeeren (dem stets professionell nüchternen Fahrer Alex hier ein großes Dankeschön für die sichere Überfahrt sowie die engelsgleiche Geduld ggü. der nicht ganz stillen Rücksitzbank. Im Gegenzug sind wir jegliche rasante Steilkurve und professionelle Überholmanöver fröhlich mitgeschwankt). Unsere erste Herausforderung war das Einsammeln von Silvia, welche wir mitten in der Autobahnausfahrt Dank „Signal“ nicht übersehen konnten.

Das Hotel Astor, direkt am Strand von Jesolo, empfing uns mit dem ersten allabendlichen Abendessen… die zweite Herausforderung war dann gleich das Bestellen der Primi und Secondi Piati via Strichliste…ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen. Nach einem oder zwei Digestives ging der lange Anreisetag dann auch schon dem Ende entgegen.

Tag 2: Die erste Ausfahrt in Italien

Neue Einstiegsstelle am Fiume Sile an der Ortseinfahrt von Jesolo

Am Samstag, der großartigen Organisation von Gerhard sei Dank, durften wir nun unsere erste Ausfahrt mit dem Boot im Ausland antreten. Mit vereinten Kräften machten wir die Boote wieder fahrtauglich und genossen sogleich die dritte Herausforderung: Den unbefestigten Einstieg über eine knietiefe mit Blutegeln gesegnete Schlammpackung, gespickt mit Entendung. Ein Hoch auf unseren Stegeinstieg am Ister-Clubhaus. Man lernt die schönen Dinge noch mehr zu schätzen, wenn man auch die Widrigkeiten kennen lernt. Hops ins Boot gehüpft ging es dann auch schon los, flussabwärts auf dem Sile.  

Ruderstrecke 1: 27 km von Jesolo nach Punta Sabbioni – für das Nachtlager der Boote vor der Vogalonga

Blaue Wellenbrecher aus Franz 2’s Werkstatt

Hier nahmen wir auch schon die vierte Herausforderung an – das erste Mal steuern (zumindest für ein paar von uns). Gespannt, neugierig und bravourös stellten wir uns unter Anleitung der erfahrenen jungen und junggebliebenen Ruder-Hasen dieser Aufgabe – und es hat richtig Spaß gemacht. Während wir ruderten und steuerten besorgten uns Gerhard und Franz 1 die Startnummern in Venedig unter Einsatz sämtlicher Ortskundigkeit. Nach ca. 3 Stunden rudern, unterbrochen von einer Schleusenfahrt sowie eleganten in-boat-Steuermann/-frau-Wechselaktionen kamen wir mit allen 3 Booten fröhlich in Punta Sabbioni an. Puhh… geschafft… erst mal auf ein kühles Hopfengetränk direkt am Landestrand… nein, doch noch nicht ganz geschafft…. Die fünfte Herausforderung ließ uns ganz schön schwitzen: Bei brütender Hitze wollten die Boote hochsee-tauglich gemacht werden.

Es traten an: Die bewährte fixe Lösung mit Kabelführungen, Draht und Klebeband versus die ausgetüftelte neue Lösung mit flexibler Plane und unzähligen Ösen, Schrauben, Ringschrauben, Zeltgummis und Flexibändern von Franz 2. Beide Varianten haben wir noch nie gesehen…und waren sehr gespannt auf das Ergebnis wenn’s drauf an kommt während der Vogalonga…. noch ahnten wir nichts.

Ziemlich fertig aber sehr zufrieden sprangen wir, zurück am hoteleigenen Strand, in die kühlen Adria-Fluten – juhuu! Urlaub! Waaas? – Wir müssen NACH der Vogalonga auch noch zurück nach Punta Sabbioni? Noch mal 10 km zurück? Und waaas, wir sitzen 7 Stunden im Boot und nirgendwo ein WC? Au Backe – kann ja heiter werden.

Tag 3 – Die Vogalonga:

Unglaublich tolle Eindrücke in Venedig vor dem Marcusplatz

„Die Räder rollen um 6:30 Uhr“ jenen, keinen Widerspruch duldenden, rollenden Worten von Gerhard folgten wir stets diszipliniert. Wir freuten uns… endlich war es soweit… bepackt mit Blasenstiften, Handschuhen, Wechselgewändern, Ister-Dressen, 50er Sonnencremes und unseren Jausensackerln verließen wir Punta Sabbioni um ca. 7:30 Uhr mit dem Ziel: „Startschuss am Marcusplatz“. Schon kam die sechste Herausforderung für uns Neulinge: Das erste mal über’s Meer rudern(steuern) mit Wellen kreuz und quer…da fragt man sich als Anfänger schon das ein oder andere mal wo hier „parallel zur Welle“ sein soll und wie man das am Besten schafft ohne schon vorab waschelnass am Start anzukommen. Zudem wurden wir noch von einem 3.500-Mann MSC-Dampfer verfolgt der sich mit LAUTEM Tönen Platz zu machen versuchte…. er wurde natürlich postwendend auch gleich ausgebuht von den Italienern (Video). Nach 8 Ruderkilometern am Marcusplatz angekommen war es schon einmal „ziemlich cool“ die ganzen Teilnehmer der Vogalonga in ihren Kajaks, Gondeln, Wasser-Fahrrädern und Ruderbooten zu bestaunen….es war ein wirkliches Event-Feeling und die Energie der Aufregung schwappte auf uns über. Geziert mit Franz 2’s riesigen Österreich-Flagge waren wir unverkennbar und wurden oft angesprochen und begrüßt. Nochmals eincremen, trinken, alles festzurren, winken, filmen und mit Blasencreme einschmieren, noch 3 Minuten, noch 2…..UND SCHUSS! Mit einer Rauchwolke und 2 lauten Knallen ging es um 9 Uhr los:

Die Strecke: Venedig (Marcusplatz) – Sant´ Erasmo – Burano – (Gott sei Dank Pipi-Pause auf der Pipi-Insel) Murano – Venedig (Marcusplatz)

Die ersten 45 Minuten liefen in etwa so ab: Auuslage, fertig uuuund ab, laaaangsamer, noch langsamer, normal, uuuund halt, Auuuslage, fertig uuuuund ab, Backbord auf, uuund beide, STOPP!!!, Auuslage, fertiiig, und…. Stop! Auuslage, fertiiig und halbe Kraft, „Rumps“…. Feindkontakt mit anderen Booten, warten auf verunfallte Kajak-Fahrer, Auuuuslage, fertig uuuuund ab, Steuerbord auf, ruuuuhig…. noch ruuuuhiger…. und normal, halbe Rollbahn, halbe Kraft und langsam, LANGSAM sag ich! usw.

Es war einfach aufregend… soo viele Boote, sooo wenig Platz, sooooo lange Skulls…. Sogar eines unserer Ruder mussten wir kurz darauf mit Gaffer-Tape stabilisieren… Kollateralschaden!

Wir freuten uns über tolle Verkleidungen von Mönchen über Hula-Mädels bis hin zu einem Kuhkostüm… und über kleine und große Teams von Deutschen über Ungarn und Franzosen bis hin zu Australiern…. alle waren dabei und sind wohl teils sehr weit angereist. Die Regensburg wurde aufgrund der Ister-blau-weiß-Farben mit der argentinischen Fußballmannschaft verwechselt „Liegt Regensburg denn in Argentinien“ so die Frage der netten Dame im Nachbarboot. Sogar 2 Hunde sahen wir ihre Herrchen begleiten.

„Die kleine HUNGRIGE Karin möchte bitte vom Aqua-Land abgeholt werden“

Die siebte Herausforderung: Am Vortag hieß es noch von den alten Hasen „Ja, wir wollen uns nicht stressen sondern die Vogalonga genießen“. Die Realität sah anders aus: Pausen wurden uns nur selten vergönnt und wenn dann nur kurz; grad ein Äpfelchen und ein Riegel ging sich aus während der sich an manchen Stellen schon sehr ziehenden Rundruderfahrt in Venedigs Lagune. Vor allem in der Mittagshitze durch Murano und der folgenden Strecke bis nach Venedig war Durchhaltevermögen gefragt. Die Hände taten langsam weh – die Blasen mehrten sich – die Rückenmuskeln forderten ihr Tribut… die Popos taten schon ein wenig „aua“…

Am Ufer: Gerhard und Franz 1

Die achte Herausforderung sollte nun die letzte sein: Die Einfahrt nach Venedig durch den Canale Cannaregio. Gefühlt wollten ALLE Boote gleichzeitig durch dieses Nadelöhr – wir ruderten nur ganz feinfühlig, legten die halbe Zeit lang, schoben Boote von uns weg, verständigten uns freundschaftlich mit den Mitstreitern über die Vorfahrt (Danke an Martin(a)s Italienisch-Künste), wurden von den Organisatoren wieder in die Bahnen gelenkt und schafften es irgendwie durch das Gewusel. Franz 1 und Gerhard begrüßten uns bei der Einfahrt nach Venedig – wir haben uns so gefreut sie zu sehen nach der langen Fahrt! Auch die Zuschauer an den Ufern Venedigs applaudierten uns Teilnehmern zu, freuten sich mit uns. Im Zieleinlauf am Marcusplatz wurden wir namentlich ausgerufen, das war auch sehr spannend. Ansonsten war das Ziel an sich eher unspektakulär. Wir warteten brav in der Bootsschlange auf unsere Medaillen und dann ging es schon wieder ab auf den Canale Grande….und hoppala…da war sie, die nächste, die neunte Herausforderung….

Lenzpumpe der „Stadt Linz“ aus Martins Werkstatt

Wir mussten schnell weg vom Marcusplatz / dem Canale Grande um dem extrem hohen Wellengang zu entkommen….wir lernten nun das Gefühl einer Nussschale in seeehr hohem und seeehr unruhigen Wellengang kennen. Das, zwischendurch durch den Jubel und den Endspurt überdeckte, niedrigere Energielevel bahnte sich nun wieder einen Weg in unser Bewusstsein. Die Überfahrt war nun sehr schaukelig und nass – aber dank ausgefeilter Technik der Lenz-Pumpen von Martin und Franz 2 waren wir und unsere Boote auch für diese Herausforderung bestens gerüstet und mit Ister-ischem Mut und Durchhaltevermögen (oder so) kamen alle stolz am Ende unserer Vogalonga-Reise wieder in Punta Sabbioni an.

Tag 4: Ciao Tagliamento & Rückreise

Am Montag um 9:30 Uhr sind die Räder zum letzten Mal abgerollt um in der Nähe von Lignano (O-Ton Martin(a): das „g“ wird nicht ausgesprochen) am Tagliamento (KEIN „g“) noch ein italienisches Abschiedsrudern im azurblautürkisen Fluss zu genießen. Alle ;.) waren hochmotiviert und es war ein schönes gemeinsames Abschieds-Zwanzgerl. Dann starteten wir wieder auf unserer Rücksitzbank gen Linz…. ließen uns die schönen Erinnerungen durch den Kopf gehen, teilten wieder unsere Jause, planten vogalong’sche Wirtsdienste und lachten wieder so viel, dass besorgt nachgefragt wurde ob alles in Ordnung war, als es mal ganz kurz still wurde.

Azurblauer Tagliamento

In diesem Sinne nochmals ein DANKE unsererseits für das Engagement und den Zusammenhalt aller TeilnehmerInnen. Immer unter dem Motto: „Ran ans B(r)oot“!

Die Dabei-Gewesenen Schauspieler:
Fahrtenleiter & Fahrer Bus 1 in Personalunion:
Gerhard Rauscher
Fahrer & Frau Bus 2: Alex Weigl & Gudrun Weigl
Franz 1: Franz Derflinger
Franz 2: Franz Haunschmidt
Franz 3: Franz Ransmayr
Die Tramperin: Silvia Hetz
Die Rücksitzbank: Karin Artner, Anna Baldinger, Daniel Haas, Manuela Zauner
Die Schöne und der BöhSe (er tut nur so): Veronika Zarzer & Martin(a) Böhm
Die Frau, die Lignano unsicher gemacht hat und Frau von Franz 2: Regina Haunschmidt
Der mit den weißen Socken: Volker Kuttelwascher
Der Adonis: Antonis Gitsas

Es bedankt sich: Die Vogalonga 2019

Weitere Bilder könnt ihr auf der Bilder-Seite der Webseite finden.

6 Kommentare

  1. Cooler Bericht – in der Nachlese möchte man gleich wieder dabei sein (die Heimfahrt vom Markusplatz ist schon vergessen …). Danke an eine lustige „Rücksitzbank“!

  2. Danke, dass ihr mich als Tramperin so freundlich aufgenommen habt und danke für den tollen Bericht und die netten Erinnerungen. Es war für mich ein überwältigendes Erlebnis!
    Ich habe übrigens heute das offizielle Video von der Vogalonga 2019 im Internet entdeckt. 37 sehenserte Minuten. Uns sieht man auch da und dort! (Minute 17, 28, 35,…) aber schaut selbst! Wird euch gefallen! 🙂

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