42195 Meter – Die Herausforderung – Birgit mit C2 Jahresweltbestzeit 2018

Die Idee:
Nachdem ich über die Jahre schon einige verrückte Challenges am Concept2 Ergometer mitgemacht habe, schwebte aber immer noch der „MARATHON“ über mir.  Im Alleingang eine besondere Herausforderung und bisher nur von Maurice durchgezogen.

Bei der OÖ Landesmeisterschaft im September tat sich hier jedoch eine einmalige Gelegenheit auf.  Birgit Pühringer erzählte mir von ihrem Vorhaben, noch vor beginn der neuen Trainingssaison mal eben einen Marathon fahren zu wollen.  Sofort sprang ich auf diesen Zug auf und ein gemeinsames Projekt ohne Datum war geboren.

Die Vorbereitung:
Und dann war es soweit.  Birgit gab den Termin mit 19. Oktober 2018 bekannt, nachdem am 22. Oktober offiziell eine Trainingsbesprechung zum Start der neuen Saison stattfindet.  Ohooo, jetzt war mir gar nicht mehr so wohl.  Würde ich diese Herausforderung überhaupt durchstehen.  Am Concept2 Server machte ich mich über 500 Meter Durchgangszeiten schlau und verglich auch die Zeiten von Maurice.  Bald hatte ich den Fahrplan abgesteckt ==> schneller als Maurice sein, zumindest 02:10 Min Schnitt halten, dann würde eine Gesamtzeit von 3 Std. 3 Minuten herausschauen.  Traumziel aber unter 3 Stunden.  Eine Woche vorher ein Halbmarathon zur Gewöhnung.  Die Fitness scheint OK, aber mein Allerwertester glänzte mit einer wund geriebenen Stelle.

Die letzte Stunde vor dem Start:
Der Tag der Wahrheit begann mit intensiver Gartenarbeit, stärkender Suppe, viel Kuchen und Kaffee – also beste Voraussetzungen.  Der Treffpunkt war mit 16:30 Uhr vereinbart und ich hatte einiges an Material mitgenommen.  PC, Beamer, Lautsprecherset, Trinkflaschen, Schweißtücher, Reserve T-Shirt, Hirschtalg und mein last Minute erstandenes „Sitzerl“ für den Ar***.  Dank Daniel Haas glänzt ein toller Beamer im Ergoraum.  PC mit Lautsprecher angeschlossen und schon geht die Musik mit Videos ob.  Wir treffen unsere Wahl beim Ergo und bauen sie nebeneinander auf.  Birgit lacht, da ich soviel mithabe.  Nun noch ein letzter WC Besuch und eine Abwaage – 84,5 Kg.

Wie schnell, oder doch nicht, drei Stunden vergehen:
Birgit links und ich rechts – wir sehen uns an und los geht´s.  Über motiviert trete ich weg und fahr die ersten 500 Meter und 02:00 Minuten.  Hirn einschalten und runter vom Gas.  Ich seh zu Birgit rüber und siehe da, die hatte es genau so gemacht.  Birgit schlägt mit 21/22, ich nur mit 18/19.  Nach 8 Kilometern nehme ich aber Birgits Rhythmus auf.  Naja mit der errechneten Durchgangszeit war ich ordentlich daneben, denn nach 12 KM hatte ich einen Schnitt unter 02:05 Minuten und befand mich nur 50 Meter hinter Birgit.

Körperlich ging es mir gut, also blieb ich in Birgits Windschatten.  Ich hatte mir alle 30 Minuten eine Trinkpause geplant, diese dauerten knapp 10 Sekunden, welche aber gut investiert waren.  Bis auf den letzten 5 Km hatte ich nie das Gefühl einen Krampf zu bekommen.  Birgit hatte ihre Pause nach 7,5 Km Abschnitten geplant.  Auch hier ein kurzer Stopp.

Die Halbzeit erschütterte mich ein wenig, denn die Durchgangszeit lag weit unter meiner bisherigen Bestzeit auf dieser Distanz.  Birgit lag immer noch weniger als 100 Meter vor mir und es ging gut voran.  Naja, der Allerwerteste meldete sich schon ein bisschen, und beim Passieren der 28000 Meter Marke hatte ich böse Gedanken im Kopf.  Der Hintern schmerzte, leichte Rhythmusprobleme und Birgit ging einfach nicht vom Gas!

Nun die letzte Stunde hatte geschlagen.  Ich legte eine Zusatztrinkpause ein, da mein rechter Oberschenkel verdächtig zu ziehen begann.  Ich begann die Meter zu zählen – hilft aber nicht.  Augen zumachen und nur auf den Rhythmus hören- ist gut, aber ich wurde langsamer.  Aus den Anfangs am Monitor prophezeiten 2 Std. 55 Minuten wurden plötzlich 2 Std. 59 Minuten.

Plötzlich macht es neben mir einen Ruck, Birgit erhöht die Schlagzahl.  Es fehlen aber noch fast 6 Km bis zum Ziel. Birgit pendelt sich bei 23/24 Schlägen und einem 02:00 Minuten Schnitt ein.  Ich denk mir, na egal – jetzt oder nie, und ziehe zumindest mit der Schlagzahl mit.  Sofort kann ich meinen Gesamtschnitt wieder senken.  Birgit ist nicht zu bremsen.  Schlagzahl nochmal rauf und Schnitt unter 02:00 Minuten.

Die letzten 2 Kilometer fliegen leider nicht vorbei.  Birgit tritt den Ergo und dieser reagiert ohne zögern.  Ich roll dafür ein bisschen schneller 🙂 . Birgit katapultiert sich ins Ziel – sie steht auf, wischt sich den Schweiß kurz ab und feuert mich die letzten 500 Meter an.

Geschafft 02:57:26,8 – O weh, ich komm nicht vom Sitz hoch 🙁 . Mein Ar***muskel ist total verkrampft.  Birgit lacht, während ich nur langsam auf die Füße komme.  Stehen geht, aber wie nun ausziehen, brausen, ….  Dass ist eine andere Geschichte.

Birgit schaffte ihren Marathon in 02:54:35,6.  Ohne sie, wäre ich nicht über die Strecke gekommen.  Und ein Blick in die Concept2 Jahreswertung 2018 zeigte, dass Birgit bei einem Eintrag ins C2 Logbuch klare Führende der gesamten Damenwertung wäre – Hut ab!

Schnell sind diese 3 Stunden vergangen!

 

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