Von Schärding nach Linz – 110 Kilometer in zwei Tagen

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Bericht: Bernhard Engleder

Acht Isterianer, zwei Vierer und 110 Kilometer auf Inn und Donau: Am 21. und 22.
Juli führte uns eine Wanderfahrt von Schärding zurück nach Linz. Für mich war es die
erste Wanderfahrt – und eine großartige Gelegenheit, Inn und Donau aus einer neuen
Perspektive kennenzulernen.

Tag 1: Schärding – Inzell
Dienstag, 7 Uhr früh: Günter brachte uns mit dem Ister-Bus nach Schärding. Dort
machten wir unsere beiden Vierer Ostarrichi und Donau startklar und kurz vor 9 Uhr
ging es auf den Inn.

Die ersten Kilometer boten gleich beste Bedingungen: hellgrünes Wasser,
wunderschöne Landschaft, viel Natur – und weit und breit kein anderes Boot. Bei Klaus
und Hari wurden da schon erste Pläne geschmiedet: „Sollen wir nicht doch noch einmal
beim Inn River Race starten?“

Beim Kraftwerk Passau-Ingling stand das erste Überheben an – inklusive eines gar
nicht so kurzen Marsches. Für unsere Weiterfahrt wurden sämtliche Schleusen
geöffnet, ein beeindruckender Anblick, der das anschließende Einsteigen allerdings
etwas herausfordernder machte. Danke an den netten Verbund-Mitarbeiter für die
Unterstützung!

Ein besonderes Highlight war anschließend die Fahrt auf dem Inn mitten durch Passau
– inklusive obligatorischem Brückenblatt. Weiter ging es durch das schöne Donautal –
vorbei an Obernzell, Richtung Jochenstein. Dank Alex’ Verhandlungsgeschick bekamen
wir dort eine Schleusung zugesagt. Nur die liebe „Johanna“, das Schiff, mit dem wir
geschleust werden sollten, ließ etwas auf sich warten.

Nach erfolgreicher Schleusung konnten wir in Engelhartszell endlich unsere
wohlverdiente Mittagspause im Cafe des Kunstmuseums einlegen. Gestärkt ging es
weiter durch die Schlögener Schlinge – die vom Ruderboot aus übrigens weniger
spektakulär wirkt, als man vielleicht erwarten würde.


Am Tagesziel, dem Gasthof Reisinger in Inzell, begrüßte uns der Hausherr schon von
weitem mit seiner Trompete. Bei gutem Essen, Getränken und einem hervorragenden
Kaiserschmarrn der Senior-Chefin ließen wir den ersten Tag gemütlich ausklingen.


Tag 2: Inzell – Linz
Nach einem zeitigen Frühstück gingen wir am zweiten Tag möglichst rasch wieder aufs
Wasser. Unsere Wirtin kommentierte treffend: „Die meisten Gäste lassen sich Zeit in
der Früh – nur die Isterianer habens immer eilig.“

Durch das wunderschöne Donautal ging es am Vormittag vorbei an Obermühl und
Schloss Neuhaus Richtung Kraftwerk Aschach. Die Schleusung funktionierte diesmal
ohne längere Wartezeit und anschließend legten wir am Sandstrand von Aschach
eine kurze Pause ein. Für die nötige Regeneration sorgten hopfenhaltige
Elektrolytgetränke – und natürlich ein Eis.


Danach wartete einer jener Abschnitte, bei denen weniger die landschaftliche
Abwechslung als vielmehr das gleichmäßige Rudern im Vordergrund steht: die rund
zehn Kilometer bis zum Kraftwerk Ottensheim. Beim Überheben in die Regattastrecke
zeigte sich auch der äußerst niedrige Wasserstand der Donau deutlich.


Nach einer kurzen Weiterfahrt konnten wir beim Dürnbergwirt endlich unsere
wohlverdiente späte Mittagspause einlegen. Danach lagen nur noch die letzten, bestens
vertrauten Kilometer vor uns. Gestärkt ging es zurück durch unser Heimatrevier bis zum
Bootshaus im Winterhafen.


Eine gelungene Premiere
Nach rund 110 Kilometern in zwei Tagen war meine erste Wanderfahrt geschafft. Für
mich als Neuling eine tolle Erfahrung mit vielen neuen Eindrücken: wunderschöne
Landschaften, Passau vom Wasser aus, imposante Schleusen, gemeinsame
Einkehrschwünge, viele lustige Momente und natürlich viele gemeinsame Kilometer im
Boot.


Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz einer Wanderfahrt aus: Kilometer
machen, Landschaft erleben, gemeinsam unterwegs sein und zwischendurch auch
einmal Zeit haben, das Ganze einfach zu genießen.


Meine erste Wanderfahrt war damit jedenfalls ganz sicher nicht meine letzte.

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