{"id":16806,"date":"2019-08-18T16:16:11","date_gmt":"2019-08-18T14:16:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ister.at\/Ister1\/?p=16806"},"modified":"2019-08-18T20:21:49","modified_gmt":"2019-08-18T18:21:49","slug":"24h-challenge-linz-passau-linz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ister.at\/Ister1\/?p=16806","title":{"rendered":"24h-Challenge Linz-Passau-Linz"},"content":{"rendered":"<div class=\"love\"><input  id=\"post_16806\" type=\"checkbox\" class=\"LoveCheck\"\/>\n                <label for=\"post_16806\" class=\"dashicons dashicons-heart LoveLabel\" aria-label=\"like this\"><\/label><span class=\"LoveCount\">0<\/span><\/div><!--\/love-->\n<p style=\"font-size:11px\"><em><strong>Photocredit: Franz Haunschmidt<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wahnsinn wird Wirklichkeit<\/p>\n\n\n\n<p>Ein altes Foto\nim Klubhaus unseres Rudervereins LRV Ister aus den 30er Jahren hat uns\ninspiriert: <strong>Rekordfahrt Linz-Passau-Linz<\/strong>.\nIn welcher Zeit ist eine solche Fahrt heute m\u00f6glich? Vom neuen Bootshaus\n(Winterhafen), welches ca. 6 km unterhalb des alten Bootshauses (H\u00f6he geplante Westring-Br\u00fccke\nA26) liegt? Also 12 km mehr zu rudern! Mit 3 Staustufen zum Umtragen der Boote,\ndie m\u00f6glicherweise aufhalten? Daf\u00fcr nat\u00fcrlich mit modernstem Carbon-Equipment,\nM\u00fcsli-Riegel, Stroke Coach, GPS-Uhr, LED-Leuchten und Support-Team. Die Zeit\nwar reif f\u00fcr eine neue Rekordfahrt. Das ist unser <strong>Erfahrungsbericht<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <strong>EDV-Logbuch<\/strong> des LRV Ister findet sich am 15.08.2019 unter lfdNr\n9942 folgender lapidare Eintrag:<\/p>\n\n\n\n<p>Boot: Schl\u00f6gen<br>Mannschaft: Haunschmidt Franz, Nigl-Eder Elke, Burg Thomas<br>Abfahrt: 04:30<br>Ankunft: 04:30<br>Ziel: Passau\/Innm\u00fcndung \/ 2224,8<br>Km: 188 km<\/p>\n\n\n\n<p>Was steckt hinter diesem Eintrag? Hier die <strong>Chronologie <\/strong>einer einmaligen\n\u201erekordverd\u00e4chtigen\u201c Ruderfahrt:<\/p>\n\n\n\n<p>Vortag Bootshaus<br>Elke hat f\u00fcr alle <strong>Teilnehmer Leibchen<\/strong> besorgt mit der der Aufschrift: \u201e24h-Challenge Linz-Passau-Linz 15. August 2019 Elke, Franz, Thomas\u201c. No way out!<\/p>\n\n\n\n<p>04:30 WH<br><strong>Abfahrt<\/strong>. <strong>Pegelstand Linz 401 cm<\/strong>. Die geplante Abfahrt um 03:45 ist wegen verz\u00f6gerter Anreise zum Bootshaus sowie Einlade- und Einstellarbeiten beim Boot nicht einzuhalten. Das diffuse Nachtlicht der Gro\u00dfstadt und der Vollmond spenden ausreichend Licht, um an der Bojen-Kette zwischen Autobahn-Br\u00fccke und k\u00fcnftiger Eisenbahn-Br\u00fccke zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>06:15 2145,4 l (StromKM)<br>Am Beginn des Altarmes in Ottensheim befindet sich bereits das Transport-Schiff, das den Altarm f\u00fcr die Ruder-WM sperrt, wir m\u00fcssen eine wirklich schmale <strong>Engstelle<\/strong> zwischen Schiff und Str\u00e4uchern passieren, die etwas breiter als unser Ruderboot ist. Wir rudern in die B\u00fcsche, legen lang, streichen, gehen back auf und irgendwann sind wir durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg haben wir bei v\u00f6lliger Dunkelheit\ndasselbe Problem. Zur Verbesserung der Sicht wird unser bugw\u00e4rts gerichtetes\nPositionslicht kurzfristig auf volle Lichtst\u00e4rke gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>06:45 2147,8 l<br>\u00dcberheben (eigentlich: Umtragen) bei der UMT Ottensheim hat tadellos in Rekordzeit geklappt. Wir rudern die ersten km mit stolzen Schw\u00e4nen, bei Nebelschwaden und aufgehender Sonne. <strong>Erste Schmerzen<\/strong> stellen sich im Stausee zwischen Ottensheim und Brandstatt ein (R\u00fccken, Po). Viel zu fr\u00fch!<\/p>\n\n\n\n<p>08:30 2162,7 l<br>Bei der UMT Aschach klappt das <strong>Umtragen dank Supportteam <\/strong>ebenfalls\u00a0 hervorragend. Es empfangen uns Alex Weigl und Klaus Lummerstorfer mit frischen ofenwarmen Salzstangerl vom B\u00e4cker. Das Umtragen bei schwierigen Verh\u00e4ltnissen unterhalb der Staustufe erfolgt praktisch in Allein-Regie und Allein-Arbeit der beiden.<\/p>\n\n\n\n<p>09:15 2163,0 l<br>Abfahrt beim Kraftwerk Aschach. Die n\u00e4chsten 40 km durch das \u201efjordartige\u201c Donautal sind traumhaft sch\u00f6n, ziehen sich aber endlos. Ich stelle mir pers\u00f6nlich die <strong>Sinnfrage<\/strong> und bin nicht mehr motiviert. Wir brauchen stromauf 5 Stunden. Kurz vor dem (letzten) Kraftwerk Jochenstein erlaube ich mir die Frage, ob wir nicht umkehren sollten. Linz-Jochenstein-Linz w\u00e4re ja auch ein sch\u00f6ner Erfolg? Antwort der Mehrheit: \u201eNein, wir wollen jedenfalls einmal bis Passau. Dann denken wir weiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>14:15 2203,2 r<br>Bei der UMT Jochenstein empf\u00e4ngt uns Daniel Haas und meine <strong>Umkehrw\u00fcnsche<\/strong> sind damit <strong>obsolet<\/strong>. Dank seiner Hilfe ist das Boot trotz starker Str\u00f6mung und hohem Wasserstand im Nu drau\u00dfen und auf dem bereits von ihm mit Schl\u00fcssel organisierten Wagerl.<\/p>\n\n\n\n<p>15:00 2203,9 r<br>Bei der Einstiegsstelle treffen wir auf eine Gruppe von Wanderruderern des <strong>RC Wels<\/strong>, die in Aschach gestartet sind und sich erkundigen, ob wir auch in Kasten (4 km stromaufw\u00e4rts 2208,0 r) \u00fcbernachten. Elke: \u201cNein, wir \u00fcbernachten in Linz\u201c. Wanderruderer: \u201eEh, Entschuldigung, ist das nicht in die andere Richtung?\u201c Elke: \u201eJa, stimmt, aber wir wollen zuerst noch nach Passau!!\u201c Wir vereinbaren mit den verbl\u00fcfften Welsern, dass sie unser Wagerl haben k\u00f6nnen, wenn sie es dann etwas versteckt bei der bergseitigen Umtragestelle zur\u00fccklassen. Hat hervorragend geklappt. Sehr netter Kontakt.<\/p>\n\n\n\n<p>18:00 2221,8 r<br>Der weitere Weg\u00a0 nach Passau ist hart. In der <strong>Innenkurve vor Passau<\/strong> entlang der Soldateninsel geht nichts mehr. Wir brauchen f\u00fcr die letzten 3 km vor Passau mehr als 30 Minuten. Ein in diesem Donauabschnitt v\u00f6llig unerfahrener Steuermann, starke Str\u00f6mung, Wirbel, Kehrwasser, ein Br\u00fcckenjoch der Eisenbahnbr\u00fccke, welches in einen Seitenarm f\u00fchrt, bringen die Mannschaft zur Verzweiflung. Der weibliche Teil der Mannschaft m\u00f6chte beim ersten Anblick der Altstadt von Passau umkehren. Die m\u00e4nnliche Mehrheit setzt sich durch, wir rudern bis Passau.<\/p>\n\n\n\n<p>18:30 2224,8<br><strong>Photo-Shooting<\/strong> im Boot zwischen Altstadt Passau, Inn- und Ilz-M\u00fcndung in der untergehenden Abendsonne. Alle sind zufrieden. Wir steigen nicht aus! Es wird in Anbetracht der sp\u00e4ten Stunde vom m\u00e4nnlichen Teil der Besatzung ventiliert, zwischen Passau und Kasten zu \u00fcbernachten und die Fahrt erst am n\u00e4chsten Tag fortzusetzen. Elke ist strikt dagegen, Elke setzt sich durch, wir rudern weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>21:00 2203,2 r<br>Wir haben die UMT Jochenstein passiert und <strong>rudern in die Nacht<\/strong>. Thomas hat die Funktion des Steuermanns \u00fcbernommen. Ich konnte mich nach 94 km stromauf und 25 km stromab einfach nicht mehr umdrehen und konzentrieren. Zudem kann ich aufgrund einer angeborenen Rotschw\u00e4che in der Nacht Rot und Gr\u00fcn kaum unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vollmond ist nur kurz eine Unterst\u00fctzung, er\nwird bald von Regenwolken eingeholt. Nach kurzer Selbst-Einlern-Phase steuert\nThomas unser Boot perfekt im leichten Zick-Zack-Kurs zwischen den\nFunkfeuersignalen f\u00fcr die Gro\u00dfschifffahrt im engen m\u00e4anderf\u00f6rmigen Flusstal\nzwischen Schl\u00f6gen und Unterm\u00fchl stromab. Wir haben Mitwind und ruhiges Wasser.\nEine durchzechte Nacht ist lang, eine Nacht im Ruderboot zwischen\nEngelhartszell und Aschach ist wesentlich l\u00e4nger. Zum Gl\u00fcck kommt uns kein\neinziges Schiff in die Quere. Dem ersten Passagierschiff begegnen wir erst auf der\nZufahrt zum Kraftwerk Aschach.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort erwarten uns Daniel Haas&nbsp; und Martin B\u00f6hm. Dank ihrer Unterst\u00fctzung ist\ndas Boot schnell umgetragen. Ohne sie, wei\u00df ich nicht, wie wir zu Dritt\nvollkommen ausgepowert das voll beladene Boot \u00fcber die glitschige Betonrampe\nmit Eisenringen gebracht h\u00e4tten. Wir genie\u00dfen Weintrauben und mitgebrachten\nwarmen Tee.<\/p>\n\n\n\n<p>01:24 2162,7 l<br>Wir haben die Staustufe Aschach hinter uns, <strong>nur noch 31 km<\/strong> bis Linz! Im (f\u00fcr uns unendlich langen) Stausee zwischen Aschach und Ottensheim und dann auf dem Weg nach Linz begegnen wir <strong>acht wei\u00dfe Passagierschiffe<\/strong>. Dank unseres wei\u00dfen Positionslichtes sind wir gut erkennbar. Nach kurzer \u201eBegr\u00fc\u00dfung\u201c durch die Suchscheinwerfer, die unser Boot jedes Mal taghell erleuchten, ziehen die Kreuzfahrtschiffe weiter Richtung Passau.<\/p>\n\n\n\n<p>03:00 2147,8 l<br>Bei der UMT Ottensheim beginnt es zu <strong>regnen<\/strong>. Meine letzten Blasen an den H\u00e4nden springen auf, als Elke auf der Regattastrecke eine Steigerung versucht. Schlagzahlmesser und GPS-Uhren haben mangels entsprechender Ladekapazit\u00e4t schon l\u00e4ngst ihren Geist aufgegeben. Nur das Positionslicht und die Stirnlampen brennen noch. Alle im Boot wissen, wir schaffen es!<\/p>\n\n\n\n<p>04:30 WH<br><strong>Ankunft. Pegelstand Linz 383 cm.<\/strong> Die letzte H\u00fcrde ist die Bojen-Kette zwischen den Br\u00fccken in Linz. Sie wird von Thomas bravour\u00f6s gemeistert. Es regnet stark. Wir sind v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Wir wollen nur noch nach Hause und ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>05:00 Bootshaus<br>Nach kurzer Erholung lassen wir den Korken des von Elke eingek\u00fchlten <strong>Sekts<\/strong> knallen. Gemeinsam mit Klaus Lummerstorfer, der es sich nicht nehmen lie\u00df, uns vor seinem Arbeitsantritt zu gratulieren. Der ABBA-Song \u201eDancing Queen\u201c, der uns auf der Ruderfahrt \u00fcber eine kleine wasserdichte Musikbox unserer \u201eRowing-Queen\u201c Elke begleitete, wird mit R\u00fccksicht auf die (vielleicht noch schlafenden) Nachbarn (leider) nicht mehr angespielt. Ein \u201eOhr-Wurm\u201c, den ich wahrscheinlich immer mit dieser Fahrt verkn\u00fcpfe.<\/p>\n\n\n\n<p>17:30 Bootshaus<br>Beim Bootputzen stellt sich die Frage, wer die Fahrt einmal wiederholen m\u00f6chte: Elke: \u201eNie wieder!\u201c Ich: \u201e<strong>Keinesfalls mehr!<\/strong>\u201c Thomas: \u201eSag niemals nie!\u201c \u00dcbereinstimmung herrscht, dass ohne Supportteam, das in unserem Fall spontan ausgezeichnete Arbeit geleistet hat, eine solche Ruderfahrt nicht m\u00f6glich ist. Herzlichen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em><strong>Bericht: Franz  Haunschmidt<\/strong><\/em><\/p>\n<div class=\"love\"><input  id=\"post_16806\" type=\"checkbox\" class=\"LoveCheck\"\/>\n                <label for=\"post_16806\" class=\"dashicons dashicons-heart LoveLabel\" aria-label=\"like this\"><\/label><span class=\"LoveCount\">0<\/span><\/div><!--\/love-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>0 Photocredit: Franz Haunschmidt Wahnsinn wird Wirklichkeit Ein altes Foto im Klubhaus unseres Rudervereins LRV Ister aus den 30er Jahren hat uns inspiriert: Rekordfahrt Linz-Passau-Linz. In welcher Zeit ist eine solche Fahrt heute m\u00f6glich? 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